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Andreas Sopper 2006 mit den Thaiboxweltmeistern Vanlop, Leonhard und Rattananoi Sitpholek
Warum betreibe ich Kampfsport?
Die Grunde hierfür sind wohl für jeden Kampfsportler unterschiedlich, ebenso wie die im Sport angestrebten Ziele. Persönlich habe ich sehr unterschiedliche Leute kennen gelernt, die alle behaupten "Kampfsportler" zu sein. Einige kamen in meine Sportschule um eine Sportart auszuprobieren die gerade in Mode gekommen war, das "Kickboxen". Andere hatten schon Erfahrungen in anderen Bereichen wie z.B. Boxen oder Judo gesammelt und wollten Trittechniken erlernen um sich im Ernstfall besser verteidigen zu können. Aus diesem Grund kamen auch viele Frauen zu mir in den Unterreicht. es gab auch solche, die nur trainierten, um sich mit anderen zu "prügeln". Die meisten von ihnen haben noch nicht einmal einen Bruchteil vom dem gelernt, was einen guten Kampfsportler auszeichnet!
Ich selber habe mich schon als Kind für Kampfsportarten aus aller Welt interessiert. Begeistert habe ich mir Kung Fu Filme im Kino angesehen und Comics wie z.B. Kung Fu Hefte gelesen. Bald darauf begann ich damit in meiner Freizeit Techniken nachzustellen und auszuprobieren. Mein erster Trainer war ein Klassenkamerad aus Indonesien. er unterrichtete mich in Karate und zeigte mir, wie man mit einem Nunchaku kämpft. Erst im Alter von 15 Jahren begann ich in einem Verein zu trainieren. Da mir das Karatetraining zu Steif und altmodisch erschien, wechselte ich einige Zeit später in eine Taekwon Do Schule. Dort lernte ich meinen langjährigen Freund und Trainer Walter Komorowski kennen. Mein späterer Wechsel zum Kick- und Thaiboxen trennte unsere Wege, aber es besteht immer noch eine großartige Freundschaft. Jung und ungeduldig wollte ich unbedingt in allen Kampfsportarten kämpfen, ohne mich durch die strengen Regeln des Taekwon Do einschränken zu lassen! Mein Trainer unterstützte mich sogar dabei meinen eigenen Weg zu gehen. Ich trainierte dann u. a. Boxen, Thaiboxen, Luta Livre, Ninjutsu und Judo.
Über zahlreiche Wettkämpfe und Meisterschaften gelangte ich plötzlich an einen Punkt, wo ich mich nach dem Sinn des Ganzen fragte. Jeden Tag viele Stunden Training, jedes Wochenene Wettkämpfe, Stress, Verletzungen, stundenlange Autofahrten usw. Dies war der Punkt von dem an ich Kampfsport nicht mehr als Sport, sondern als Lebenseinstellung betrachtete. Mir wurde bewußt, wie sehr die ganzen Anstrengungen und das harte Training über den Körper meinen Charakter geformt hatten. Ich hatte gelernt, dass der Körper ohne die Kraft des Geistes nicht viel wert ist. Alles wird über die Kraft des Geistes angetrieben. Heute ist es nicht nur das körperliche Training, sondern die Schulung der Harmonie zwischen Körper und Geist. Enge Verbindung von Körper und Geist bedeutet inneres Gleichgewicht! Nur wer selbst im Gleichgewicht steht kann nicht in seiner inneren Ruhe gestört werden! Dies anzustreben sollte das Ziel jedes Kampfsportlers sein!
Viel Erfolg auf eurem Weg

Andreas Sopper